07.07.2026  20. Juni – 25-jähriges Klassentreffen der Abgangsklasse 2001 der Inselschule Wangerooge

07.07.2026  20. Juni - 25-jähriges Klassentreffen der Abgangsklasse 2001 der Inselschule Wangerooge

Warmherziges Wiedersehen auf Wangerooge. Am 20. Juni fand in der Inselschule das 25-jährige Klassentreffen einiger Ehemaliger statt. Die Klasse war einst im Juli 2001 in der Aula der Inselschule verabschiedet worden – jetzt kamen viele von ihnen wieder zusammen, darunter Andreas Kinski, Jörn Dickebohm, Patrick Koopmann, Rieke Brünjes (ehemals Fehring), Chantal Schüler (ehemals Schäfer), Adis Begovic, Stefan Kruse, Jens Gerdes, Rasmus Gerdes, Agnetha Mey, Christian Dörnte und Christoph Wegener. Seit der Einschulung im August 1991 waren viele von ihnen in unterschiedlicher Konstellation gemeinsam in einer Klasse gewesen. Jetzt das emotionale Wiedersehen. 

Schon am Freitagabend trafen sich acht Teilnehmer abends zum Quatschen im Café Treibsand. Die Stimmung ausgelassen und vertraut. Samstagmorgen packten viele bei den Vorbereitungen mit an, um bei Brötchen und Kaffee gemeinsam auf dem liebevoll vorbereiteten Schulhof der Inselschule noch weitere Ehemalige und Lehrer wie Tina von Pentz, Klaus Brüggerhoff, Elke Gerdes, Annemarie Schwedes, Uwe Osterloh, Jörg Lange und Peter Kuchenbuch-Hanken zu begrüßen. 

 

Nach vielen Umarmungen und großer Wiedersehensfreude tauchten viele direkt in Gespräche über die guten alten Zeiten ab. Spannend auch die Frage: Wer macht heute was – und wo? Stefan Kruse und Manuel Noch leben heute noch auf der Insel, viele sind im Raum Hamburg und Bremen gelandet, Drazen Jurjevic (Augenarzt) lebt heute in Zürich (Schweiz), Patrick Koopmann in Haarlem (Niederlande). Nach dem Durchschauen alter Fotos und Briefe stürmten einige direkt die Bühne des neuen Pausenraumes und schnappten sich die Instrumente – wie in guten alten Zeiten, als es in der Klasse die Schülerband „Missing Link“ gab.  

Peter Kuchenbuch-Hanken führte die Gruppe anschließend durch die Inselschule. Auch während der Tour fanden sich immer neue Grüppchen zusammen, die quatschten und zwischen dem alten Klassenraum und dem Computerraum in Erinnerungen schwelgten. Auch kleine Geheimnisse wurden noch gelüftet: Im Kunstraum, in dem der mittlerweile verstorbene Lehrer Klaus Schneider sie damals unterrichtete, durfte die Gruppe nach all den Jahren sogar einen Blick in den früher für Schüler streng verbotenen Materialraum werfen. 

 

Ein schöner Moment: In der heute aus Brandschutzgründen quasi stillgelegten Aula, spielte Adis Begovic (40, Familienhelfer in Hamburg) seinem ehemaligen Musiklehrer Klaus Brüggerhoff Toms Diner auf dem Flügel vor. Adis: „Das Lied war das erste, was ich auf dem Klavier spielen konnte. Herr Brüggerhoff hat es mir damals beigebracht und ich kann es heute noch. Schon verrückt, wie Lehrer einen fürs Leben prägen.“

 

Wie kam es zu dem Klassentreffen? 

Die Idee zum Wiedersehen hatte Chantal Schüler (41, Journalistin, Bad Honnef/NRW). Sie gründete im Juli letzten Jahres eine WhatsApp-Gruppe und trommelte die Ehemaligen zusammen. Unter ihnen waren auch Schüler, die nur kurze Zeit auf der Insel zur Schule gingen. Einige Schüler und Schülerinnen von damals sind noch heute eng miteinander befreundet, so füllte sich die Gruppe schnell. Andere konnten durch futzelige Internetrecherche und Überraschungsanrufe bei ihren Arbeitgebern ausfindig gemacht werden. Schon im Chat war die Wiederhörensfreude groß und die Stimmung euphorisch. Alte Fotos und sogar gemeinsam eingesungene Songs von damals wurden geteilt, belächelt und beklatscht. 

Rieke Brünjes (42, Tochter von Bernd und Amelie Fehring aus der ehemaligen Börse) arbeitet heute als Ausbilderin für Friseure in Bremen. Sie findet: „Man fühlt sich plötzlich wieder wie früher. Der Computerraum, die Küche, die Aula – alles noch da. Die Stimmung beim Wiedersehen war total positiv und vertraut. Es hat sich angefühlt, als hätten wir da weitergemacht, wo wir aufgehört haben.“

Nach dem Rundgang hatte Patrick Koopmann (41, arbeitet heute als Assistenzprofessor an der Universität Harlem in den Niederlanden) ein Quiz vorbereitet, bei dem jeder Anwesende per Handy aus vier Antworten die falsche über die jeweilige Person herausfischen musste – eine tolle Art, nach all den Jahren mehr übereinander zu erfahren.   

Auch nach dem offiziellen Teil des Treffens in der Schule blieb ein Teil der Gruppe weiter zusammen, zog gemeinsam zum Friesenjung und anschließend an den Surfstrand – Abtauchen im Meer inklusive. Am Abend traf sich die Truppe zum gemeinsamen Abendessen im Hotel Hanken. Tina von Pentz stellte ihnen dort ihr neues Projekt “Geh-wissen“ vor. Das Filmprojekt widmet sich besonderen Biografien einiger Wangerooge, wie beispielsweise Uwe Heilburg. Auf diese Weise war der ehemalige Französisch-Lehrer der Klasse, der im Februar verstorben ist, Teil des Klassentreffens, an dem er eigentlich noch teilnehmen wollte. Nach dem gemeinsamen Schauen des Deutschland-Spiels zog die Truppe weiter zu Radeks Brotway. Zum Sonnenaufgang hüpften einige natürlich noch ins Meer. 

Das Klassentreffen war nicht nur eine kleine Zeitreise für die Schüler – auch für die teilnehmenden Lehrer war es eine schöne Rückkehr – zum Teil aus der Pensionierung. Tina von Pentz begleitete viele der Schüler von der Einschulung bis zum Schulabgang. Sie erinnert sich: „Ich habe die auf dem Schoß gehabt, ihnen die Nase geputzt und Tränen getrocknet. Es war schön, sich jetzt auf Augenhöhe wieder zu treffen.“ Die Klasse beschreibt sie als „wilden, tollen Haufen“, der sich „füreinander und für die Insel begeistern kann“. Das sei schon damals so gewesen, erinnert sich die ehemalige Religionslehrerin. Bei dem Treffen habe sie eine “ganz große allgemeine Wertschätzung untereinander, der Schule gegenüber, der eigenen Kindheit und auch den schweren Zeiten gegenüber, die man miteinander geteilt hat, empfunden.“ Ihr Fazit: „Das war etwas ganz Schönes.“

Auch Patrick Koopmann, der heute nach Stationen in Manchester und an der Universität von Oxford in Haarlem (Niederlande) lebt und dort zu künstlicher Intelligenz und Logik forscht, erlebte die Stimmung als besonders: „Zwölf Gleichaltrige, die mich meine gesamte Kindheit begleiten haben und die ein bedeutender Teil davon sind. Diese Nähe hatte damals sowohl gute als auch schlechte Seiten. In jedem Fall hat sie für eine besondere Bindung gesorgt. Diese zwölf Menschen hatten einen so großen Einfluss auf mein Leben, wie man es  sonst wohl nur innerhalb einer Großfamilie erfährt.“
 

Für einen hatte das Klassentreffen besondere Auswirkungen. Christoph Wegener (41). Er lebt heute in Uelzen (Niedersachsen), arbeitet als UPS-Zusteller und ist Vater zweier Kinder. 2001 verließ er die Insel, als seine Eltern damals die Diskothek “Lucky“ schlossen. Seitdem war er nicht mehr auf der Insel. Er verrät: „Das Klassentreffen hat mir gezeigt, wie sehr ich meine alte Heimat vermisse. Sollte ich hier einen guten Job finden, würde ich gerne wieder zurückkehren.“ Zurückkehren wollen auch die anderen – für ein jährliches Klassentreffen, das ab dem nächsten Jahr stattfinden soll. 25 Jahre mag keiner mehr auf das nächste Zusammenkommen warten.