12.08.2026 Info-Veranstaltung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zur anstehenden Pflegemaßnahme in der Küstenheide
12.08.2026 Info-Veranstaltung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zur anstehenden Pflegemaßnahme in der Küstenheide
Am heutigen Mittwoch informierte die Nationalparkverwaltung Niedersächsische Wattenmeer im Oberdeck am Platz am Meer über die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in der Küstenheide auf Wangerooge. Projektleiterin Maike Isermann informierte die gut 40 erschienenen Gäste und Einheimische über die von September 2026 bis März 2027 andauernden Maßnahmen im Westen der Insel.
Der Küstenheide im Westen auf Wangerooge geht es schon seit Jahren nicht gut. Der dortige Bestand ist zum Teil schon sehr alt und verholzt und hat sich bedingt durch örtliche Verhältnisse kaum erneuern können. Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Neophyten wie die Kartoffelrose (Hagebutte), Traubenkirsche, die schwedische Mehlbeere oder die Aronia, auch bekannt als Apfelbeere, im Nationalpark Niedersächsische Wattenmeer sich stark ausgebreitet hat und auch den Bestand der Küstenheide gefährdet. Auch die schon seit 15 Jahren andauernden Erhaltungsmaßnahem von Jugendgruppen aus Bethel und des IJGD konnten das weitere Ausbreiten der Neophyten nicht verhindern. “Diese Heidelandschaft auf Wangerooge ist einzigartig auf den Ostfriesischen Inseln und deshalb ist es sehr wichtig sie zu erhalten” so Maike Isermann.
Die maßnahmenbegleitende Kampfmittelbeseitigung der letzten Wochen ist abgeschlossen. Insgesamt wurden 12 Verdachtspunkte gefunden, bei denen es sich in allen Fällen aber nicht um Kampfmittel handelte.
In den folgenden Monaten soll Gebüsch mit unterirdischen Ausläufern, wie z.B. die Kartoffelrose und stockausschlagende Gehölze gezogen und maschinell von zwei Baggern ausgegraben, ggf. sogar mittels Wurzelfräsung entfernt werden. Bombentrichter sollen aufgereinigt um die gebietsfremden Gehölze zu entfernen. “Diese Maßnahmen werden sich optisch über mehre Jahre auf die Landschaft auswirken. “Eine Erholung der Landschaft kann mitunter 5 Jahre dauern, bis die Küstenheide sich wieder ausgebreitet hat,” so Isermann weiter.
Große Sorge in der Bevölkerung, die die Maßnahmen zum Erhalt der Küstenheide durchaus mittragen konnten, bestand in der Angst der Beseitigung von Bäumen in der Fläche. Insbesondere der Erhalt des “Tunpads” machte den Anwesenden große Sorge. Maike Isermann konnte die verständlichen Ängste allerdings ausräumen. “Der Tunpad bleibt erhalten und ich gebe dem Nationalparkhaus meine Telefonnummer. Sie können mich in den nächsten Wochen anrufen und ich gehe mit ihnen zu weitern Bäumen in der Fläche, die sie für erhaltenswert halten und wir versuchen dann gemeinsam eine Lösung zu finden” so die Projektleiterin verständnisvoll.
Wenn die Kartoffelrose, unter der es keine weitere Vegetation gibt, beseitigt wird, die zum Teil flächendeckend große Teile in der Küstenheidenlandschaft bedeckt, wird es zwangsläufig aber zu größeren freien Sandflächen in der Fläche kommen. Diese Flächen benötigen dann Zeit, den Bewuchs der Küstenheide wieder zuzulassen. Die Beseitigung der anderen Neophyten erfolgt hingegen in vereinzelter Entnahme und wird kaum größere Flächen zerstören.
“Wenn wir aber nichts tun, wird die Heide unwiederbringlich verschwinden”, so Projektleietrin Maike Isermann.






