08.09.2026 Wangerooger Wolfgang Linz stellt Petition zur Bergung von Kriegsmunition ein
Wortlaut der Petition:
Allein in der deutschen Nordsee liegen nach den Erkenntnissen deutscher Behörden etwa 1,3 Mio. Tonnen verklappte konventionelle Munition. Dazu kommt noch die Munition in den Küstengewässern unserer Nachbarländer.
Der weitaus größte Teil der 1.3 Mio. Tonnen Munition liegt in der 12-Seemeilen-Zone vor Niedersachen und damit im niedersächsischem Verantwortungsbereich. Die größten Munitionsverklappungsgebiete (MVG) sind die Gebiete nördlich Spiekeroog, Minsener Oog und Hooksielplate im Mündungsbereich der Jade. Dazu kommen weitere Gebiete in den Rückseitenwatten der ostfriesischen Inseln. Allen Gebieten ist gemein, dass sie entweder im Nationalpark Wattenmeer selbst bzw. direkt an den Grenzen des Nationalparks liegen.
Bisher gibt es meines Wissens keine systematische Erfassung und Kartierung der Munitionsaltlasten in der Nordsee. Die letzten Bergungsaktivitäten liegen Jahrzehnte zurück, bzw. wurden zur Gefahrenabwehr im Rahmen von Baumaßnahmen getätigt. Der Umgang mit der Munition ist rein reaktiver Natur. So wird angeschwemmte Munition seit Jahrzehnten kostspielig von Firmen an den Stränden der ostfriesischen Inseln geborgen ohne die eigentliche Ursache anzugehen. Auch Baumaßnahmen wie der Jade-Weser-Port, LNG Terminals und Fahrwasseranpassungen in der Jade wurden durch die notwendigen Sondierungen und Bergungen von Munition teurer und aufwendiger.
Aus Forschungsprojekten ist bekannt, dass giftige und krebserregende Explosivstoffe aus der Munition austreten und im Wasser, Sediment und Organismen rund um die Verklappungsgebiete nachweisbar sind. Auch im Filet von Fischen wurden Explosivstoffe bereits gefunden. Mit fortschreitender Korrosion werden die Konzentrationen von Explosivstoffen im Wasser und den Organismen zunehmen und das Problem sich vergrößern.
Die Bundesrepublik Deutschland hat ein 100-Mio. Euro Sofortprogramm zur Bergung von Munition in Nord- und Ostsee aufgelegt. Erste Pilotbergungen haben 2024 und 2025 in der Lübecker bzw. Wismarer Bucht stattgefunden und sollen durch den Bau und Betrieb einer Entsorgungsplattform abgeschlossen werden.
Hiermit bitte ich das Land Niedersachsen dringend:
- Innerhalb der Landesregierung eine Strategie im Umgang mit der verklappten Munition zu entwickeln
- Sich mit den anderen Anrainern abzusprechen, dem Beispiel Schleswig-Holstein zu folgen und das entstehende Kompetenzzentrum in Rostock zu unterstützen
- Zum aktiven Einstieg in ein Sofortprogramm zur Konzeptentwicklung für eine Räumung der Kriegsmunition in der Nordsee
- Mit einer systematischen Kartierung, Quantifizierung und Zustandsbeschreibung der Munition im Zuständigkeitsbereich Niedersachsens zu starten
- Pilotbergungen mit kompetenten Firmen zu starten
Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger diese Petition zu unterstützen.
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