05.11.2026 Geboren in Flandern – gestorben auf Wangerooge – Das Schicksal des Leopold Lamote (1921-1945) – Friedens-Gottesdienst am So.08.11.2026 – 10.30 Uhr ev. Nikolai Kirche Wangerooge
05.11.2026 Geboren in Flandern - gestorben auf Wangerooge - Das Schicksal des Leopold Lamote (1921-1945) - Friedens-Gottesdienst am So.08.11.2026 - 10.30 Uhr ev. Nikolai Kirche Wangerooge
Am Sonntag, den 08. November 2026 um 10.30 Uhr wird Pastor Jan Janssen erneut einen Friedens-Gottesdienst in der Nikolai Kirche zu Wangerooge abhalten, dessen Inhalt das Schicksal eines Zwangsarbeiters wiedergibt, der am 25.April 1945 bei der Bombardierung Wangerooges ums Leben kam.
Leopold Lamote wurde zur Zwangsarbeit nach Wangerooge deportiert – wie so viele andere Menschen im zweiten Weltkrieg aus Europas Nachbarländern. Er gehört zu denen, die 1945 im Bombardement der Insel ihr Leben verloren haben.
Im Sommer 2026 suchten zwei Nachfahren von Leopold Lamote auf Wangerooge nach seinen letzten Spuren. Pastor Janssen kam mit ihnen ins Gespräch. Sie schauten gemeinsam ins Kirchenbuch und wurden fündig: Nr. 259 Leopold Lamote, ein Flame, geboren am 12. Mai 1921 in St. Cruis. Endlich hatten sie es vor Augen: hier hat er noch gelebt und starb im Alter von 24 Jahren unter menschenverachtendem Hass und im Irrsinn des Krieges.
Bereits im November 2023 hatte Pastor Jan Janssen das Schicksal von Albert Van der Sijpt, ebenfalls aus Flandern, in einem Friedens-Gottesdienst in der Nikolai Kirche zusammen mit dessen Nachfahren zum Thema gemacht.
Ein Foto von Leopold und auch eines von seinen Eltern, sowie weiteres Material erreichten Pastor Janssen, übersandt von den Nachfahren von Leopold Lamote aus Flandern, auf Wangerooge.
Die simple Notiz eines Namens bekommt ein Gesicht. Sofort kommen Fragen in den Sinn, wie dieser Mensch gelebt, was er gelernt, was ihn gefreut, was er erlitten hat.
In den Unterlagen ist auch noch ein Freund und Leidensgenosse von Leopold namens Willy erwähnt, der mit ihm zusammen die Zwangsarbeit und das Bombardement auf Wangerooge durchlitten hat.
Willy überlebt und kehrt nach Belgien zurück. Später schreibt er von den letzten Momenten mit Leopold auf der Insel – dank ihm und der Spurensuche der beiden Nachfahren können wir noch heute von diesen Minuten des Bombardements lesen. Worte, die noch Jahrzehnte später unter die Haut gehen, erst recht, wenn wir verstehen, wie viele Menschen diesen Tod fanden und in heutigen Kriegen so sterben.
Das betrifft im zweiten Weltkrieg nahe beim Kriegshafen Wilhelmshaven auch die Insel Wangerooge. Dort entstehen Bunker, sogenannte Batterien mit Geschützen. Ab Kriegsbeginn 1939 sind zeitweise ein paar Tausend Soldaten auf der Insel. Zwangsarbeiter aus den von Deutschland überfallenen europäischen Nachbarländern müssen Bauarbeiten ausführen.
Waren es bisher auf der Insel bloß ein unbekannter Name und zwei Daten unter Hunderten, so können wir jetzt ein Leben dahinter erahnen, respektieren und würdigen.
Daran erinnerte der Sommerbesuch von Leopolds Nachfahren – und nun als ein Beispiel für so viele der Friedensgottesdienst am Sonntag, den 8. November 2026 in der Nikolai Kirche auf Wangerooge.