04.11.2026 Pressemitteilung: Neuer Gemeinderat bittet um vorläufige Unterbrechung der Rodungsarbeiten in der Küstenheide
04.11.2026 Pressemitteilung: Neuer Gemeinderat bittet um vorläufige Unterbrechung der Rodungsarbeiten in der Küstenheide
Neuer Gemeinderat bittet um vorläufige Unterbrechung der Rodungsarbeiten in der Küstenheide
Wangerooge, 4. November 2026
Der neu konstituierte Rat der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge hat sich in seiner gestrigen Sitzung am 3. November 2026 erneut mit den laufenden Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in der Küstenheide beschäftigt. Aufgrund der erheblichen Sorgen und Fragen aus der Inselbevölkerung wurde das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung genommen.
Der Rat hat beschlossen, an die Nationalparkverwaltung und die weiteren zuständigen Stellen zu appellieren, die laufenden Rodungs- und Gehölzentnahmearbeiten zunächst bis zur angekündigten öffentlichen Informationsveranstaltung auszusetzen.
Die notwendigen Aufräumarbeiten, insbesondere die Beseitigung bereits gefällter Gehölze und des angefallenen Schnittgutes, sollen ausdrücklich fortgeführt werden können.
Die Informationsveranstaltung ist nach bisherigem Stand für den 14. beziehungsweise 16. November 2026 vorgesehen. Sollte sich der Termin verschieben, bittet der Rat um eine entsprechende Verlängerung der Unterbrechung, längstens jedoch bis zum 30. November 2026.
Darüber hinaus wird die Gemeinde die Landesverbände von BUND und NABU um eine unabhängige naturschutzfachliche und rechtliche Prüfung der Maßnahmen bitten. Dabei soll auch geklärt werden, ob rechtliche Schritte, beispielsweise im Rahmen einer Verbandsklage oder eines gerichtlichen Eilverfahrens, aus Sicht der Verbände infrage kommen.
Bürgermeisterin Tina Mißmahl betont:
„Uns geht es nicht darum, den Naturschutz infrage zu stellen. Die Erhaltung und Pflege unserer einzigartigen Küstenheide ist uns allen ein wichtiges Anliegen. Gleichzeitig müssen wir die Sorgen der Insulanerinnen und Insulaner ernst nehmen. Deshalb möchten wir, dass die weiteren Maßnahmen zunächst unterbrochen und ihre Grundlagen, Ziele und Auswirkungen bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung verständlich erläutert werden.“
Die Bürgermeisterin verweist darauf, dass die Gemeinde und engagierte Insulanerinnen und Insulaner in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Gespräche mit der Nationalparkverwaltung geführt haben.
„Durch diese Gespräche konnten bereits wichtige Kompromisse erzielt und Bereiche unserer gewachsenen Natur bewahrt werden. Daran möchten wir anknüpfen. Ein sachlicher, freundlicher und konstruktiver Dialog ist aus meiner Sicht der richtige Weg.“
Die Gemeinde hat den Apell heute kurzfristig an die Nationalparkverwaltung übermitteln und um eine zeitnahe Rückmeldung gebeten.
Der Ratsbeschluss stellt einen Appell an die zuständigen Stellen dar. Eine unmittelbare rechtliche Anordnung zur Einstellung der Arbeiten ist damit nicht verbunden.
Die Gemeinde hat die entsprechenden Schreiben an die Nationalparkverwaltung sowie an die Landesverbände von BUND und NABU inzwischen auf den Weg gebracht und um eine zeitnahe Rückmeldung gebeten.