Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge geprägt von drohender Pflichtwehr

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge geprägt von drohender Pflichtwehr

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge am Samstag im Restaurant Strandlust an der Oberen Strandpromenade auf Wangerooge war geprägt von der durch mangelnde Mitgliederzahl in der aktiven Wehr ausstehende Pflichtfeuerwehr. Inselverwaltung, Gemeinderat und Gemeindebrandmeister hatten Ende Dezember eine Satzung zur Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr zur Aufrechterhaltung der Sicherheit der Insel inkraft gesetzt, die es der Insel ermöglichen könnte, junge Bürgerinnen und Bürger der Insel zum Dienst in der Feuerwehr verpflichten zu können. Was war passiert. Die erforderliche Sollstärke von 26 aktiven Mitgliedern einer Stützpunktfeuerwehr, wie wir sie auf der Insel Wangerooge haben, wird voraussichtlich im Jahr 2020 auf 17 sinken. Trotz 36 aktiven Mitgliedern auf dem Papier kommen nicht genügend zu den Diensten und gefährden somit die Sollstärke. Feuerwehren aus den Nachbargemeinden bei Brand- und Katastropheneinsätzen auf die Insel zu holen, wie es am Festland gang und gäbe wäre, ist aufgrund der Insellage nur bedingt möglich, bei ungünstigen Wetterlagen sogar unmöglich, dann wäre die Wangerooge Feuerwehr auf sich alleine gestellt.

„Niemand will eine Pflichtfeuerwehr auf Wangerooge“ formulierten unisono Inselbürgermeister Marcel Fangohr, Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf, Kreisbrandmeister Gerhard Zunken und Landrat Sven Ambrosy in ihren Wortbeiträgen vor der Jahreshauptversammlung der Inselwehr und riefen ehemalige Aktive, die nicht mehr zu den Diensten kommen, wie junge Bürgerinnen und Bürger der Insel Wangerooger dazu auf, sich der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen, um eine drohende Pflichtwehr zu vermeiden. Erste Reaktionen auf die Aufrufe und Appelle der letzten Wochen hat es auch schon gegeben. Am vergangenen Montag, den 06.01.2020 haben sich drei neue Mitglieder gemeldet und zwei nicht so aktive Mitglieder haben ein Signal gegeben, sich wieder aktiv am Dienst in der Wehr beteiligen zu wollen. Auch weitere Bekundungen sich ggf. der Wehr anzuschließen wurden gemacht, nur damit ist die das Thema Pflichtfeuerwehr leider noch nicht vom Tisch.

Eine Verpflichtung würde zunächst die treffen, die zuletzt aus der Inselwehr ausgetreten, oder den Diensten fern geblieben sind, da diese über die notwendige Ausbildung verfügen. Die Einberufung einer Plfichtwehr würde ca. ein Jahr dauern. Die Ausbildung neuer Mitglieder ca. zwei Jahre, bis sie einsatzbereit wären.

Drei junge Mitglieder, die zuletzt aktiv an den Diensten teilnahmen , haben zu  Jahresbeginn die Inselwehr aus beruflichen und persönlichen Gründen verlassen. Aber auch deren Wohnsituation hat sicherlich einiges zu dieser Entscheidung beigetragen. Die Gemeindeverwaltung und der Rat möchten daher positive Anreize setzen, dass sich Wangerooger Bürgerinnen und Bürger für den ehrenamtlichen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge entscheiden und auf der Insel verbleiben.  Die Einführung von Vergünstigungen sollen dabei allen Mitgliedern der Rettungsdienste auf der Insel zuteil werden. Mit einer Ehrenamtskarte, freiem Eintritt im Schwimmbad und zukünftigem Fitnessstudio in der OASE, Vorrang bei der Vergabe gemeindeeigener Wohnungen, kostenlosen Fahrten mit der SIW und kostenlosen Flügen mit der FLN, Lebensmittelgutscheinen in den Supermärkten, Förderung der Führerscheine CE und B und Mietzuschüssen für Rettungskräfte will die Insel versuchen den Bedarf an Rettungskräften auf der Insel zu erhalten.

Zu einer Veranstaltung zur Gewinnung neuer Kameradinnen und Kameraden, die am 14.03.2020 ab 17.00 Uhr im und am Feuerwehrhaus durchgeführt werden soll und auf der sich Bürgermeister Marcel Fangohr als „Grillmeister“ zur Verfügung stellen möchte, sollen erneut alle infrage kommenden jungen Wangerooger Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden.

Angesichts der Personaldecke konnte man froh sein, dass im abgelaufenen Jahr 2019 die Inselwehr zu keinen nennenswerten Brandeinsätzen ausrücken musste. Von den 10 Brandmeldungen waren 4 Brände Kleinbrände, darunter 2 Mülltonnen, ein Holzstapel und ein Saunaofen, die restlichen 6 Brandmeldungen waren Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen.

Insgesamt wurden 229 Einsatzstunden geleistet, darunter waren neben den 10 Brandeinsätzen auch 36 Hilfeleistungen. Im Jahr 2019 wurden zudem 67 Übungsdienste und allgemeine Dienste mit 1.863 Stunden geleistet, womit zusammen mit den Einsatzstunden 2.092 Stunden aufsummierten.

Erfreuliches für die Mitgliederentwicklung gab es aus der Jugendfeuerwehr zu berichten. Nachdem Norbert Fliegenschmidt im Jahr 2018 nach dem Bestehen der erforderlichen Lehrgänge zum Gemeindejugendwart ernannt wurde, konnte der Abwärtstrend  der Mitglieder der Jugendfeuerwehr von 2018 in einen Mitgliederzuwachs für 2019 umgewandelt werden. Zur Zeit sind 14 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, 4 Mädchen und 10 Jungs, das sind 4 mehr als 2018.

Bürgermeister Marcel Fangohr bedankte sich bei den Kameradinnen und Kameraden, dass trotz der dünnen Personaldecke Veranstaltungen wie das Osterfeuer, das Aufstellen des Maibaumes und der Tag der Offenen Tür trotzdem durchgeführt wurden, die für die kleine Inselgemeinde auch aus touristischer Sicht wichtig sind.

Nur drei Beförderungen gab es in diesem Jahr auf der Jahreshauptversammlung zu verkünden. Max Mandelkow wurde zum Feuerwehrmann, Jan Wilhelm zum Oberfeuerwehrmann und Norbert Fliegenschmidt zum Löschmeister befördert.

Eine zivile Ehrung durch die Freiwillige Feuerwehr Wangerooge wurde Kriminalhauptkommissar i.R. Fritz-Helmut Bremer zuteil. Für seine Verdienste um die Feuerwehr Wangerooge erhielt der ehemalige „Inselsheriff“ aus den Händen von Kreisbrandmeister Gerhard Zunken  und Torsten Stumpf die Niedersächsische Feuerwehr Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen.

Polizeioberrat Peter Beer überbrachte eine Geldspende in Höhe von 400 Euro für die Jugendfeuerwehr. Hauptmann Erwin Bremer vom taktischen Luftwaffengeschwader 71 Richthofen lud die Inselwehr am 05.09.2020 zur 25 jährigen Partnerschaftsfeier von Gemeinde und Richthofengeschwader ein, was den Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer aus Sande dazu animierte an diesem Tag die Freiwillige Feuerwehr Wangerooge mit seiner Wehr aus Sande zu vertreten, damit diese an den Feierlichkeiten teilnehmen kann. Die Solidarität unter den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Friesland ist groß, erstmals nahmen neben Peter Hoffbauer aus Sande auch die Gemeindebrandmeister Eike Eilers aus dem Wangerland und Stefan Eilers aus Zetel an der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge teil.

Absolvierte Lehrgänge 2019, FTZ Jever, NABK Loy:

Truppmann I, FTZ Jever:

Max Mandelkow

Digitalfunk, FTZJever, auf Wangerooge durchgeführt

Norbert Fliegenschmidt, Svenja Fliegenschmidt, Yannik Fliegenschmidt,

Sabrina Illig, Kate Vieth, Marcel Vieth, Andrea Tholen, Rafal Szcypka, Steven Müller, Johann Wolf, Steffen Schrell, Max Mandelkow, André Richert

Atemschutzgeräteträger, FTZ Jever:

Yannik Fliegenschmidt, Kate Vieth, Marcel Vieth

Maschninistenlehrgang, FTZ Jever:

Andrea Tholen, Rafal Szcypka

Truppführer, NABK Celle:

Jan Willem

Technische Hilfeleistung, NABK Celle:

Oliver Fliegenschmidt

Fortbildung Hochwasserschutz, NABK Loy:

Eilt Arnold

Fortbildung Absturzsicherung, NABK Loy:

Justus Janßen

Gerätebauftragter, NABK Loy:

Johann Wolf

Atemschutzgerätebeauftragter, NABK Celle:

Eilt Arnold

Führerschein Klasse CE:

– keiner –

Mitglieder 2019:

Gesamt: 57 Mitglieder( 2018 = 58)

Aktivenabteilung auf dem Papier: 36 Mitglieder ( 2018 = 41)

Jugendabteilung: 14 Mitglieder davon 4 Mädchen

Alters- und Ehrenabteilung: 7 Mitglieder

Plus fördernde Mitglieder

Abgänge: 10 Mitglieder, Zugänge 5 Mitglieder (1 aus der Jugendfeuerwehr)