04.07.2026 Blindgänger-Klärung im Nationalpark auf Wangerooge – Nationalparkverwaltung bereitet Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Küstenheiden vor
04.07.2026 Blindgänger-Klärung im Nationalpark auf Wangerooge - Nationalparkverwaltung bereitet Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Küstenheiden vor
Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer plant ab September 2026 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der Heide auf Wangerooge im Gebiet zwischen dem Friedhof und der Saline durchführen lassen. Dazu wird die interessierte Öffentlichkeit vorab informiert durch Infos auf der Nationalpark-Website, auf Tafeln an der betroffenen Heide-Fläche, im Nationalpark-Haus Wangerooge und in gängigen Medien. Alle Arbeiten wurden und werden zwischen der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde Wangerooge mit den beteiligten Behörden abgestimmt.
In dem Heide-Gebiet befinden sich nach derzeitigem Kenntnisstand noch elf Blindgänger-Verdachtspunkte (militärische Objekte), die vor Beginn der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen geklärt und ggf. entschärft werden müssen. Diese Arbeiten werden durch eine Kampfmittel-Bergungsfirma und den Niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen in Kooperation mit der Gemeinde Wangerooge durchgeführt. Die Maßnahme bezüglich Kampfmitteln beginnt Anfang Juli 2026.
Ob diese Tätigkeiten tageweise Einschränkungen der Wegeinfrastruktur mit sich bringen wird, ist noch nicht abzusehen. Sofern kurzfristig möglich, wird die Bevölkerung über eventuelle Einschränkungen durch die Gemeinde Wangerooge informiert.
Hintergrund:
Wangerooge war im Zweiten Weltkrieg stark von Bombardierungen betroffen. Die Insel lag in einer strategisch wichtigen Position in der Deutschen Bucht und war Teil des deutschen Verteidigungssystems. Besonders gegen Ende des Krieges, als die Alliierten die Kontrolle über die Nordsee ausbauen wollten, wurde Wangerooge mehrfach angegriffen. Die Bombardierungen kosteten mehrere hundert Menschen das Leben und hinterließen nicht nur sichtbare Schäden, sondern trugen auch zur späteren Belastung durch Munitionsaltlasten bei, da nicht alle Munition detonierte und ein Teil im Boden oder im Meer versank.
Die Vereinten Nationen entstanden aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Deutschland ist auch Mitglied ihrer Sonderorganisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), die zur Friedenssicherung Menschen über Grenzen hinweg in einen konstruktiven Dialog bringt. Die UNESCO-Welterbekonvention von 1972 bildet die Grundlage auch der Anerkennung des Wattenmeers als trilaterales Weltnaturerbe, zu welchem der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit den Wangerooger Küstenheiden gehört.
Die Wangerooger Küstenheiden sind besondere Lebensräume und bedürfen der Landschaftspflege
© Imke Zwoch /NLPV