25.04.2026 Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof am Fußweg zum Westen zum Gedenken an die Bombardierung Wangerooges vor 81 Jahren
25.04.2026 Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof am Fußweg zum Westen zum Gedenken an die Bombardierung Wangerooges vor 81 Jahren
Gut 30 Insulaner, Wangerooger und Gäste waren an diesem windigen Samstag Nachmittag, zum Ehrenfriedhof am Fußweg zum Westen erschienen, um bei der 81. Kranzniederlegung der Toten und dem Leid der Hinterbliebenen des Bombenangriffs vom 25.April 1945 zu gedenken.
Der ev. Pastor Jan Janssen, Bürgermeisterin Tina Mißmahl (parteilos) und Christine Hogrefe-Ommen vom Bürgerverein sprachen ein paar Worte zum Gedenken, an diesen Tag, heute vor 81 Jahren.
Christine Hogrefe-Ommen erinnerte an die beiden Zeitzeugen der Insel, Anne Steinküller und Hans-Jürgen Jürgens, die mittlerweile verstorben sind, die bei den 80 Gedenkfeiern zuvor aber immer anwesend waren. “Es gibt immer weniger Zeitzeugen”, so Christine Hogrefe-Ommen.
Umso wichtiger sei es, unterstrich Bürgermeisterin Tina Mißmahl, dass die Gemeinde Wangerooge, auch angesichts der vielen Kriege in der Welt, zusammensteht, und diese Tradition der Mahnung fortsetzt.
Der ev. Pastor Jan Janssen verwies in seinen Worten darauf, dass die schwere Bombardement der Insel Wangerooge viele Tote und Verletzte gefordert hat.
“Im Grabregister unseres Friedhofs stehen Namen verzeichnet, Namen von 306 Menschen, die heute vor 81 Jahren, am Mittwoch, den 25. April 1945, hier auf der Insel ihr Leben verloren haben.
Unter den Toten sind Männer und Frauen und Kinder, auch Paare und kleine Familien, mit Namen und ohne Namen. Menschen mit Geburtstag und Geburtsort, mit Herkunftsland und ohne. Menschen nur mit ihrem Geburtsjahr und ganz ohne Altersangabe, Verheiratete ebenso wie Ledige. Menschen mit ihrer Glaubens- oder Religionszugehörigkeit und ohne – manchmal mit Berufsangaben, mit militärischen Rängen und sehr viele ganz ohne jede Angabe darüber.
Menschen starben hier, die ihr ganzes Leben auf der Insel verbrachten und solche, die wie heute zugezogen waren, aus Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich.”
In diesem Jahr nannte Pastor Janssen bewusst Namen, die hier in der wohl größten Entfernung von ihrer Heimat starben. Stellvertretend für die vielen Kriegstoten, gestern und heute, nannte er vier beim Namen, die tatsächlich aus Nordafrika stammten – Zwangsarbeiter, nicht aus Europa, sondern aus Marokko.
Vier Männer im Alter zwischen 29 und 46 Jahren, die hier auf der Insel gelebt und gearbeitet haben.
Vermutlich waren diese vier Männer zunächst Soldaten in Diensten Frankreichs, und wurden so erst Kriegsgefangene der Deutschen Truppen in Frankreich, und später hierher als Zwangsarbeiter auf die Insel Wangerooge deportiert.
Wie die über 100 weiteren Zwangsarbeiter aus europäischen Ländern mussten sie Bunker und militärische Anlagen bauen.
Begleitet von der Djembe-Gruppe „Allodo“ aus Oldenburg und umzu unter der Leitung von Komi Amefiohoun, Togo/ Oldenburg, die zur Zeit zu Gast auf der Insel sind, verlas Pastor Janssen die Namen der vier Marokkaner aus dem Verzeichnis der alten Kirchenbücher, während ihnen mit dem Trommeln auf den Djembes gedacht wurde.
Eintrag Nummer:
21. Ali Ben Mohamed, ein Marokkaner,
geboren im Jahre 1899 (46 Jahre alt)
282. Ali Ben Aissa, ein Marokkaner,
geboren im Jahre 1902 (43 Jahre alt)
283. Ahmed Ben Ahmed, ein Marokkaner,
geboren im Jahre 1915 (30 Jahre alt)
284. Ali Homaz, ein Marokkaner,
geboren am 13. Juli 1906 (29 Jahre alt)
Die Ausstellung zur Bombardierung vor 81 Jahren im Kleinen Kursaal, die vom 24.04. bis 06.05.2026 wieder großformatige Schwarz-Weiß-Fotos aus dieser Zeit im Kleinen Kursaal zeigt, ist täglich von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
v.l.n.r. Trommelgruppe Djembe-Gruppe „Allodo“ aus Oldenburg , ev.Pastor Jan Janssen, Bgm Tina Mißmahl, Bernd Stramm (1. Vorsitzender) und Chrstine Hogrefe-Ommen vom Bürgerverein Wangerooge




