Bericht: Inselbereisung zur Begutachtung der Küstenschutzeinrichtungen (Herbst-Deichschau) auf Wangerooge

Am Donnerstag zog die Kommission der Inselbereisung zur Begutachtung der Küstenschutzeinrichtungen (Deichschau) über die Insel Wangerooge. Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Norden (NLWKN), des neugegründeten Amtes Wasserstraßenverwaltung Weser-Jade-Nordsee aus Wilhelmshaven (WSA), der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeeer, des Domänenamtes, des Kreises Friesland, des Mellumrates und der Gemeindeverwaltung und des Inselrates begutachteten die Dünen, Deichen, Buhnen und weiteren Wasserbauwerke, ob sie für den Winter gut gerüstet sind. Prof. Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Norden (NLWKN) verkündete beim Pressegespräch stolz. „Die Deiche und Schutzeinrichtungen auf Wangerooge sind schaufrei“, soll heißen sind sicher. Ferner konnte Thorenz, bis auf kleine noch ausstehende Restarbeiten im nächsten Jahr, auch die Arbeiten am Dorf- und Ostgrodendeich für beendet erklären. Am Bahndeichschart wurden den Sommer über Pflasterarbeiten durchgeführt, die die bisherigen Behelfseinrichtungen ersetzt haben. „Die Harlehörndüne im Westen der Insel weist eine ausreichende Stärke aus und hat auch keine Schäden durch die ersten Herbststürme erfahren“, so Prof. Frank Thorenz vom NLWKN. Ähnlich sieht es im Bereich der Nord- Ostdünen aus. Dank des Ostwindes im Sommer hat sich die Sandsituation dort deutlich verbessert. „Einzig der Abschnitt Übergang Bootsweg haben wir aufgrund der Situation im Strandvorland unter besonderer Beobachtung. Die Stärke des Verschleißbauwerkes ist aber ausreichend für den Winter“, so Thorenz vom NLWKN. Frederic Baumgarten vom WSA Weser-Jade-Nordsee aus Wilhelmshaven gab bekannt, dass bis zum Jahresende die geplante Baumaßnahme des Deckwerksbaus im Westen für den Abschnitt Buhne A bis E und E bis F am Westkopf der Insel mit Anschluss an den schon vor zwei Jahren fertigstellten Bereich des Deckwerks unterhalb Haus am Meer in Ausschreibung gebracht werden soll. Ferner soll die Baustraße vor der Harlehörndüne und einige Buhnen ertüchtigt werden. „Wir hoffen die Maßnahme in 2020, vorbehaltlich ggf. ausschreibungsbedingter Hemmnisse, beginnen und abschließen zu können“, so der Fachgebietsleiter für Wasserstraßen und Fachdienste des WSA Weser-Jade-Nordsee aus Wilhelmshaven. Zum 4.November soll bereits schon mit einem Teilrückbau der Baustraße vor der Harlehörndüne und Reparaturen an den Buhnen A und B vor der Sturmsaison begonnen werden, um lose Steine und Platten zu entfernen, oder zu befestigen, die im Sturmfall sonst andere Küstenschutzeinrichtungen beschädigen könnten. Zudem soll ein Gebiet von 5000 Quadratmetern von der Kartoffelrose beseitigt werden. Die Maßnahmen werden ca. 2 Wochen in Anspruch nehmen. Am Mülldeichschart des Landkreises Friesland wurden im Sommer kleine Fehlstellen beseitigt, zudem wurde ein neuer Lagerplatz für das Dammbalkenlager errichtet. Am Westturm ist die Errichtung eines Schutzdeiches für den im Jahr 2001-2003 errichteten Neubaus des Deutschen Jugendherberg Werkes Weser-Ems (DJH) immer noch offen. Mit dem Bauantrag wurde der DJH diese Auflage von den Behörden gemacht, da sich dieser Bau außendeichs befindet und somit keinen Hochwasserschutz hat. Bei Sturm Xaver im Jahr 2013 wurde die Lage damals schon brenzlig und musste von der Wangerooger Feuerwehr mit Bigpacks gegen Überflutung gesichert werden. Mittelfristig wird das NLWKN einen Küstenschutzplan Inseln erstellen, in dem dann auch Baumaßnahmen am Westdeich und am Westdeichbahnschart von Prof.Thorenz in Aussicht gestellt wurden.