Herbst Schutzdünen- und Deichschau 2018 auf Wangerooge

Am Dienstag fand auf Wangerooge die Herbst-Inselbereisung der Behörden und Institutionen zur Beschau der Küstenschutzeinrichtungen statt. Das positive vorweg. Prof Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden konnte mit der Fertigstellung des Ostgrodendeiches die Deichsicherheit verkünden. Im kommenden Jahr müssen allerdings noch Restarbeiten wie z.B. die Fertigstellung des Deichkronenweges und Deichverteidigungsweges am Ostgrodendeich durchgeführt werden, weshalb dieser bis zur endgültigen Fertigstellung Ende des Sommers 2019 auch noch gesperrt bleiben wird.

Wegen der extremen Trockenheit in diesem Sommer war es im Bereich des fertiggestellten Dorfgrodendeiches zu Rissbildungen in der Grasnarbe und dem darunter befindlichen Klei gekommen. Das NLWKN hat daher die Außenbereiche dieses Deiches durchpflügen lassen, um einen erneuten Verbund zu ermöglichen. Im Frühjahr 2019 wird hier dann zusammen mit dem Ostgrodendeich eine neue Aussaat erfolgen.

An den Nord-/Ostdünen wurden im Frühjahr und Sommer Sandfahrmaßnahmen zur teilweisen Verstärkung der Dünenkette durchgeführt. Auch dieser Bereich ist für den Winter sicher. Die Abbrüche am Bootsweg durch die Stürme der letzten Wochen werden erst im Frühjahr wieder repariert. Der Übergang Bootsweg bleibt daher über den Winter geschlossen. Das Strandniveau am Bootsweg und beim Übergang Neudeich sind rückgängig. Dafür ist eine Erhöhung des Strandniveaus im Bereich der Holzbuhne-T zu verzeichnen, die fast völlig im Sand verschwunden ist.
An der Harlehörndüne im Westen der Insel konnte die Bereisungskommission durch die Stürme der letzten Wochen keine nennenswerten Schäden feststellen.

Zusammen mit Mitarbeitern der DB/SIW und der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge hat das NLWKN erfolgreich eine Übung zur Schließung des Bahndeichschartes durchgeführt. Bei zu erwartenden Wasserständen von über 2,00 m über NhN sind 6 Kräfte notwendig, um das Deichschart zu schließen und wieder zu öffnen. Ein entsprechender Vertrag zwischen DB/SIW und der Gemeinde und dem NLWKN wurde abgeschlossen.

Mit der Baumaßnahme am Deckwerk im Westen der Insel wird es nach der Insolvenz der vorherigen Baufirma und Umstrukturierungen in der Leitungs- und Zuständigkeitsebene der Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung (WSV)  im Jahr 2019 noch zu keinen Baumaßnahmen am Deckwerk kommen. Die Restabwicklung der Insolvenz der Baufirma und der Erwerb der 100.000 t Wasserbausteine, die schon auf der Insel lagern, durch die WSV ist abgeschlossen. Die europaweite Ausschreibung wird im Februar/März 2019 erfolgen. Mit dem Baubeginn kann allerdings frühestens zum 15.04.2020 gerechnet werden. Bauzeit weitere 3 Jahre, sodass mit einer Fertigstellung erst Ende 2022 zu rechnen ist, das gaben Frank Hartwigsen von der Generaldirektion der Wasserstraßen- und Schiffahrt des WSV (GDWS) in Aurich und Torsten Stengel als kommissarischer Leiter des WSA Wilhelmshaven im Pressegespräch bekannt.
Bei der Ausschreibung und Umsetzung der Baumaßnahme werden die Interessen der Heime im Westen der Insel berücksichtigt, gab Frank Hartwigsen vom GDWS Aurich bekannt. Ferner soll die Bevölkerung vor der durchzuführenden Baumaßnahme über eine Veranstaltung informiert werden.

Damit wird N-Ports mit dem Umbau des Anlegers im Westen der Insel, zu einem funktionierenden Hafen, nicht vor 2023 beginnen können. „Wir werden versuchen die Interessen der Inselgemeinde durchzusetzen, und durch diese Bauverzögerung ggf. doch noch ein Roll-on/Roll-off-System realisieren zu können“, gab Inselbürgermeister Marcel Fangohr bekannt. Bislang hatte die DB/SIW auf den Erhalt der Schiffe und des Anlegesystems bestanden.

Bei den Stürmen der letzten Wochen war es trotz des nur geringfügig erhöhten Wasserstandes von zum Teil nur knapp über 1,00 m über NhN zu Überspülungen des Westkopfes im Bereich des Betriebshofes der WSV gekommen. Vermutet wird, das die schon wegen der anstehenden Baumaßnahme beseitigen „Wellenbrecher“ auf diesem Deckwerksabschnitt, diese Überspülung ermöglicht haben. Deshalb wird die WSV am Westkopf und im Bereich des Deckwerks unterhalb des neuen Leuchtturmes in den nächsten Wochen den Zustand des Deckwerks wieder herstellen.