Einweihung neue Rettungswache auf Wangerooge

Am Sonnabend Nachmittag wurde die neue Rettungswache am Sportplatz an der Siedlerstraße auf Wangerooge mit einer kleinen Feierstunde  eingeweiht. Landrat Sven Ambrosy und der Geschäftsführer der Rettungsdiensts Friesland gGmbH Wilhelm Goosmann konnten dabei Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr, Vertreter des Wangerooger Gemeinde Rates, Architekten und am Bau beteiligte Baufirmen, aktive und ehemalige Mitarbeiter des Rettungsdienstes vom Festland, als auch von der Insel, sowie einige wenige Insulaner in der Fahrzeughalle der Rettungswache begrüßen.

In seinem Grußwort freute sich Frieslands Landrat Sven Ambrosy quasi als „Mutter“ der Rettungsdienst Friesland gGmbH , dass der konsequente Modernisierungskurs der Rettungswachen im Landkreis Friesland mit dem Neubau der Rettungswache auf Wangerooge fortgesetzt worden ist. Nur die Modernisierung der Rettungswache Varel stünde noch aus.

Der Gesundheitspolitik wird in Deutschland, schon der demographischen Entwicklung geschuldet, in der Zukunft auch zur Sicherung der Darseinsvorsorge, steigende Bedeutung zukommen. Die Sicherung der medizinischen Versorgung und Notarztversorgung stünden beim Landkreis Friesland, so Ambrosy, ganz oben auf der Agenda. Mit Sorge habe man die Entwicklung der letzten Wochen hier auf Wangerooge beobachtet. Für den Rettungsdienst und den Notarzt  auf der Insel sei der Landkreis verantwortlich. Ambrosys Dank galt hier Dr. Henning Hoppe, Frau Dr. Elisabeth Schröder aus Bremen und der Medizinischen Fachangestellten Tanja Nebel aus Buxtehude, die hier eingesprungen sind.

Bürgermeister Marcel Fanohr nutzte in diesem Zusammenhang das Plenum um bei den Arztpraxen am Festland für eine Hilfe bei der Besetzung des Hausärztlichen Notdienstes mit Ärzten und Medizinischen Fachangestellten (ab 27.11), als auch in der Inselbevölkerung für fehlende Feuerwehrmänner und -frauen für die Freiwillige Feuerwehr Wangerooge einzuwerben. Die Kassenärztliche Vereinigung forderte er zudem auf, möglicht schnell einen 2.Kassenarzt für Wangerooge zu finden.

Auf der Insel war die alte Rettungswache in der Richthofenstraße in keinem guten Zustand. Der Neubau somit mehr als notwendig. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, doppelt so teuer wie ein Neubau am Festland. Diese Mehrkosten sind der Insellage geschuldet. Baukosten auf der Insel sind in der Regel durch die zusätzlichen Transportkosten auf die Insel ca. 40% höher, aber auch der Tatsache geschuldet, dass 6 vom 10 Mitarbeitern des Rettungsdienstes auf der Insel Wangerooge vom Festland kommen und somit das Dachgeschoss der Rettungswache mit 131 Qaudratmeter Bereitschaftsräumen für eben diese Mitarbeiter ausgebaut werden musste. Ein Umstand für den man bei den Krankenkassen als Finanzgeber der Rettungswachen zunächst einmal auch um Verständnis werben musste, denn diese sind der besonderen Situation von Rettungswachen auf Inseln nicht unbedingt im Bilde, so Landrat Sven Ambrosy. Beim Neubau in Nachbarschaft zur neuen Turnhalle, deren Einweihung wohl im nächsten Jahr stattfinden wird, konnte man Synergieeffekte, z.B. durch ein gemeinsames Blockheizkraftwerk für beide Neubauten, umsetzen. Die Fahrzeughalle wurde mit 100 Quadratmetern so groß gewählt, dass auch größere Fahrzeuge dort Platzt finden werden. Ambrosy und Goosmann stellten in Aussicht, dass die Wangerooger Fahrzeugflotte des Rettungsdienstes in baldiger Zukunft erneuert werden würde. Mit dem Ringtausch der alten Rettungswache und einem Grundstück an der Siedlerstraße zwischen Landkreis und Gemeinde Wangerooge für einen Neubau von Sozialwohnungen der Wohungsbau-Gesellschaft Friesland mbH, freute Ambrosy sich, dass neuer Wohnraum für die Inselbevölkerung geschaffen wird.

Wilhelm Goosmann Geschäftsführer der Rettungsdienst Friesland gGmbH lobte das Engagement der Architekten, Baufirmen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes vorort, dass der Neubau zeitlich und im Kostenrahmen fertiggestellt werden konnte. Der sich schon im Ruhestand befindliche Günther Gerdes des Rettungsdienstes hat die neue Rettungswache auf Wangerooge geplant. Dies war nicht immer ganz einfach. Noch während der Planungs- und Bauphase seinen dabei neue DIN-Vorschriften für Rettungswachen erlassen worden, die es in die Planung und Umsetzung einzuarbeiten galt.

Die Rettungswache auf Wangerooge ist mit 10 Mitarbeitern besetzt die an 365 Tagen 24 Stunden in drei Schichten im Dienst sind. In 2018 wurden dabei ca. 1000 Einsätze gezählt, 570 davon Notfallrettungen mit RTW, 380 mit Notarzt an Bord, zudem ca. 70 Krankentransporte (ohne Einsätze für den Hausärztlichen Notdienst).

BU: v.l.n.r. Schlüsselübergabe Rüdiger Piltz vom Architektturbüro Kieselhorst und Piltz, Reiner Tammen Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Rettungsdienstes Friesland gGmbH, Wilhelm Goosmann Geschäftsführer des Rettungsdienstes Friesland gGmbH, Landrat Sven Ambrosy und Bürgermeister Marcel Fangohr.