© Peter Kuchenbuch-Hanken  

wangerooge-aktuell.de Impressum zurück Nachrichten 13.-16.09.2013

Jeversches Wochenblatt vom 19.09.2013

Wangerooger legen Bahn Forderungen vor

VERKEHR Bürgermeister mahnt Gesprächstermin an

Inselbewohner sehr unzufrieden mit Schiffs- und Inselbahnverkehr.

WANGEROOGE/SAL – Die Urlaubssaison geht ihrem Ende entgegen. In den Gremien der Gemeinde wurden auch schon erste Bilanzen gezogen. Kritik wurde dabei am Schiffs-und Inselbahnverkehr geübt, weil er den Anforderungen der Touristen nicht gerecht wurde. Die „Unzulänglichkeiten“ hat Bürgermeister Holger Kohls nun in einem Forderungskatalog zusammengefasst und an die zuständige Bahn-Tochter Schiffsdienst und Inselbahnverkehr (SIW) geschickt. In dem Schreiben dringt er außerdem auf einen Gesprächstermin, an dem auch die Geschäftsführer der DB Autozug GmbH teilnehmen sollten.

Mehr Service gefordert: Die Wangerooger kritisieren im Einzelnen, dass von der Bahn trotz starken Reiseverkehrs zu wenig Personenwagen bereitgestellt wurden.

Gäste hätten sich mehrfach über überfüllte Züge beschwert. „Für einen Tourismusstandort wünschen wir uns ein erheblich verbessertes Angebot mit mehr Service“, schreibt Kohls. In den Gremien sei man der Auffassung, dass nichtmehr die ursprüngliche Personenzugzahl vorgehalten werde. Aber nicht nur das. Auch für den Güterverkehr würden nicht mehr genug Flachwagen eingesetzt, monieren die Gremien der Inselgemeinde. Dadurch bliebe die Fracht stundenlang unter praller Sonne am Westanleger stehen. Das führe auch zu ungünstigen Betriebsabläufen bei den Inseltransporteuren – bis hin zur Störung der Mittagsruhezeiten. Der SIW wird aufgefordert, wieder wie früher elf Flachwagen einzusetzen.

Des Weiteren müsse die Gepäcklogistik in Harlesiel und auf Wangerooge verbessert werden. Hier reichen die Forderungen der Wangerooger von einer frühzeitigeren Öffnung der Gepäckschalter an starken Abreisetagen bis hin zur Trennung von Gepäckausgabe und -annahme in Harle. Bei der Gepäckannahme an den Containern fehle eine hinreichende Überdachung.

Vor Jahren sei eine neue Gepäcklogistik in Aussicht gestellt worden, stattdessen verschlechterten sich die Zustände von Jahr zu Jahr, heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters.

Er äußert darin auch die Sorge, dass es mit dem geplanten Umbau desWestanlegers zu einem vernünftigen Hafen so schnell nichts wird, weil die Kostenträgerschaft zwischen Niedersachsen Ports und SIW nicht geklärt sei und der Eindruck entstanden sei, dass notwendige Investitionen „geschoben“ werden.

Vom SIW werde erwartet, dass er sich „zur Investitionsbereitschaft und zu Investitionsmaßnahmen am Standort Wangerooge wie auch in Harlesiel grundsätzlich erklärt“, so Kohls, der im Folgenden noch einmal die aus Wangerooger Sicht erforderlichen Maßnahmen anführt wie das Herstellen von Barrierefreiheit, das Vorhalten von Toiletten am Westanleger oder den Einsatz modernerer und einfacher zugänglicher Personenfähren.

Tagesgäste fehlen: „Wir vermissen zudem ihre aktive Beteiligung an den Verhandlungen zur Verbesserung der Fahrwasserverhältnisse“, schreibt Kohls dem SIW.

Für Wangerooge hängt viel von einer gut funktionierenden Anbindung ab: Kohls weist in seinem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, darauf hin, dass sich die Zahl der Tagesgäste in den vergangenen zehn Jahren um 40 000 verringert hat, was „erhebliche Umsatzeinbußen“ zur Folge habe.



Brief der Gemeinde an die DB

Im Frühjahr diesen Jahres hat die Untere Naturschutzbehörde des

Landkreises Friesland der Gemeinde Wangerooge mitgeteilt, dass das früher auf der Polizwiese vorhandene naturschutzrechtlich geschützte Magergas nicht mehr aufzufinden sei. Im August lagen der Gemeinde im Bauausschuss Anträge des Investors der drei Villen auf der Polizeiwiese vor, wohin dieser den noch auf der Baustelle befindlichen Sand verbringen möchte. DJH im Westen zum dort benötigten Deichbau, Verbringen an den Surfstrand Höhe Pfahlreihe (Antrag an die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung) und Einbringen des Sandes auf der Polizeiwiese. Der Bauausschuss beriet und kam zu dem Schluss, die nicht wirklich ansehnliche Polizeiwiese in eine Dünenlandschaft mit Hubschrauberlandeplatz und dazugehöriger Feuerwehrzufahrt auf Kosten des Investors gestalten zu lassen. Die Alternativen, Strand und DJH, bleiben aber dennoch zusätzlich bestehen. Bei den noch anstehenden Bautätigkeiten wird noch viel Sand anfallen.


Um den Sand auf der Insel einbringen zu dürfen, muss dieser zuvor aufwendig gesiebt werden.

Umfangreiche Erdarbeiten auf der Polizeiwiese